Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie (GiwK)

Der Leitgedanke der Gründung der GiwK liegt in der Schaffung einer "scientific community" und eines Forums wissenschaftlichen Austausches, die es - im Gegensatz zu anderen Ländern - auf dem Gebiet der Kriminologie bislang in der Bundesrepublik nicht gegeben hat.
Die Betonung des wissenschaftlichen Charakters der Gesellschaft meint dabei ausdrücklich eine Nachrangigkeit der Anwendungsbezüge der Kriminologie hinter ihren grundlagenwissenschaftlichen Zielsetzungen. Die Praktizierung von Interdisziplinarität versteht die GiwK dabei als wesentlichen Bestandteil ihrer grundlagenwissenschaftlichen Intentionen. Diesen Zielsetzungen trägt die Satzung der neuen Gesellschaft durch die Bestimmung ihrer Zwecke sowie durch die Voraussetzung ihrer Mitgliedschaft Rechnung:

  • Pflege und Sicherung der Kriminologie als akademisches Lehr- und Prüfungsfach
  • Eintreten für eine freie und unabhängige Forschung, namentlich der Erhalt und die Stärkung der Institutionalisierung kriminologischer Forschung an den wissenschaftlichen Hochschulen
  • Durchführung wissenschaftlicher Tagungen
  • Pflege des internationalen wissenschaftlichen Diskurses und Erfahrungsaustauschs
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Seit September 1990 ist die GiwK von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als berechtigt anerkannt worden, Kandidaten zur Wahl als Fachgutachter im Fachgebiet Kriminologie vorzuschlagen. Die erfolgreiche Einrichtung des Fachgebietes Kriminologie durch die DFG geht im wesentlichen auf Initiative und Betreiben von Mitgliedern der GiwK zurück. Die nunmehr institutionalisierte und auf Dauer gestellte Möglichkeit und Förderung wissenschaftlicher Forschung über Kriminalität, über das Strafrecht und andere Kontrollinstanzen steht Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus der Geschichtswissenschaft, Soziologie, Psychologie oder Politikwissenschaft ebenso offen wie Kriminologen/innen und Strafrechtlern/innen. Die GiwK ist bestrebt, sich eine differenzierte Binnenstruktur zu geben. Bisher wurden die Sektion "Genderperspektiven" und die Sektion "Theoretische Kriminologie" gegründet, die sich regelmäßig zu Arbeitstagungen treffen.

Gegründet wurde die GiwK von sieben Mitgliedern des Beirates des Kriminologischen Journals am 9.6.1989 im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung des Arbeitskreises junger Kriminologen (AJK) in Wuppertal. Die Gesellschaft versteht sich als etwas anderes als die bloße Transformation des Arbeitskreises Junger Kriminologen (AJK) aus seiner bisherigen informellen Existenz in ein formelles und "rechtsfähigeres" Gewand. AJK wie auch das Kriminologische Journal bleiben in ihrer bisherigen Form bestehen. Vielmehr verbanden ihre Gründer mit der Gesellschaft die Erwartung, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Disziplinen und Forschungszusammenhängen für die neue Gesellschaft zu gewinnen und in den kriminologischen Diskurs einzubinden, die dem bisherigen interdisziplinären Einzugsbereich des AJK nicht zugehören, aber an der wissenschaftlichen Analyse von Kriminalität und an der Untersuchung von staatlichen sowie gesellschaftlichen Interventionen und Reaktionen interessiert sind.

Wir laden Kolleginnen und Kollegen ein, die in den Einrichtungen von Forschung und Lehre mit Problemen der Kriminalität und ihrer Kontrolle befaßt sind, der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie beizutreten und daran mitzuwirken, diese erste kriminologische Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die sich einer dezidiert wissenschaftlichen Orientierung verpflichtet fühlt, weiter mit Leben zu füllen.

Anträge auf Mitgliedschaft sind an die Geschäftsstelle zu richten.

Der Mitgliedsbeitrag für die GiwK beträgt 25 EUR pro Jahr (auf Antrag für Erwerbslose 12, 50 EUR).